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12 Sätze, die Friseur*innen nicht mehr hören können

  • Autorenbild: Fereshteh
    Fereshteh
  • 21. Mai 2019
  • 3 Min. Lesezeit

1. „Waschen? Hä, wieso?“


Es gibt leider noch Kunden, die glauben: Je schmutziger die Haare sind, desto besser kann man sie schneiden. Das sei früher auch so gewesen. „Wann soll dieses Früher bitte gewesen sein? Im 18. Jahrhundert? 


2. „Kann ich auch mein eigenes Shampoo mitbringen?“

Gelegentlich bringen Kund*innen eigene Utensilien mit, weil sie damit die Haare gewaschen und gespült bekommen wollen. „Mehl, Kleie, Bier, Weichspüler für Wäsche, Haarseifen und so. Oder sie packen die ganze Vorratskammer aus zum Waschen, Spülen, Festigen, Färben – und wir sollen das Zeug dann nehmen. Tut mir leid, aber bringt man sein Steak ins Restaurant, seinen Kaffee ins Bistro oder das Bier in der Kneipe auch mit?“


3. „Fester, bitte!“

Nur leicht massieren beim Waschen? Manche Kund*innen wollen hart rangenommen werden. „Du holst jetzt der Kundin schon mit den Fingern fast das Gehirn raus und sie sagt: ‚Waschen Sie doch mal fester, Sie können auch die Nägel nehmen.‘ Nein, das kann ich natürlich nicht, ich möchte ja niemanden verletzen.“


4. „Ich möchte einen Termin, können Sie denn überhaupt Haare schneiden?“

„Nein, eigentlich bin ich Metzgerin!“


5. „Ich hätte gerne drei Stufen geschnitten!“

„Leider gibt es keinen Haarschnitt mit drei Stufen. Es gibt nur: leicht, stufig, die Stufen nur unten oder bis weiter oben und so weiter. Aber es gibt nicht genau drei Stufen!“


6. „Ich möchte bitte mal eine Total-Veränderung.“

Einmal komplett den Typ ändern? Warum nicht! Nur nach ein paar Minuten verlässt Kund*innen mit diesem Wunsch der Mut schnell wieder. „Plötzlich sagt die Kundin: ‚Moment, aber bitte nicht viel schneiden, eher nur ganz wenig die Spitzen und auf gar keinen Fall färben und am besten alles zum Gesicht wie immer.‘ Ja, gerne! So bekomme ich die Total-Veränderung garantiert hin. Darf es noch ein rosarotes Einhorn dazu sein?“


7. „Die Friseuse …“

„Es heißt Friseur*in oder Hair-Stylist*in!“


8. „Haare schneiden ist ja nicht so schwer.“

„Ab und an kommen mal Frauen vorbei, die sowas sagen. ‚Ich mache es bei meinem Mann auch immer.‘ Und dann schaut man den Mann an und denkt: ‚Ja gut, übersehen kann man es nicht und schön ist was anderes.‘ Oh Mann. Aber der Friseur richtet es schon, sonst ist er ja ein schlechter.“


9. „Das habe ich aber so bei Youtube gesehen.“

Mit steigender Popularität von Style-Youtuber*innen kommen auch immer wieder Kund*innen vorbei, die eine Frisur wie ihre Netzidole haben wollen. „Aber was da so gezeigt und behauptet wird, ist oft schon grenzwertig – und kann Schlimmes anrichten.“


10. „Das wird aber nicht viel kosten, oder?“

„Dann gibt es noch so Kunden, die sich selber total die Haare versaut haben und dann muss der Friseur Wunder vollbringen –  was manchmal echt kaum zu bewältigen ist und unbezahlbar. Das ist auch noch so ein Thema: Wir sollen uns viel Zeit nehmen, hochwertige Produkte verwenden, Wunder vollbringen, ein perfektes Ergebnis liefern – aber das darf nichts kosten!“


11. „Das ist kein Goldblond!“

Manchmal kann man den schönsten Farbton aussuchen, sobald die Kund*innen vor dem heimischen Spiegel stehen, sieht alles doof aus. „Da suchen sich Kunden zum Beispiel ein schönes Goldblond aus und sind glücklich, aber finden es später total hässlich und sehen auf einmal nicht mehr Gold, sondern nur noch Kupfer. Was nicht da ist, aber sie bleiben dabei: ‚Das ist kein Gold, das ist Kupfer.‘ Auch da ist immer Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen und Kompromissbereitschaft gefragt. Also gute Nerven.“


12. „Der Kunde ist doch König!“

„Nein, nur wenn er sich auch wie ein König benimmt vielleicht. Es gibt aber Gott sei Dank auch tolle Kunden, die sogar andere vorbeischicken, weil sie so zufrieden sind. Und extra noch mal anrufen, um zu loben und sich noch mal zu bedanken. Das ist es, was uns glücklich macht und immer besser werden lässt.“

 
 
 

9 Kommentare


Mitchel
Mitchel
26. Juni

Dieser Beitrag ist wirklich auf den Punkt gebracht! Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert und gleichzeitig genickt, weil so viel Wahres dran ist. Gerade die Sache mit den "Sätzen, die Friseur*innen nicht mehr hören können" hat mich total angesprochen. Ich erinnere mich noch gut an meine Anfänge in der Branche; da musste ich mich anfangs auch mit ähnlichen Aussagen herumschlagen. Es ist erstaunlich, wie oft dieselben, oft gut gemeinten, aber eben auch ermüdenden Sätze fallen. Der Artikel wirft da wirklich viele wichtige Fragen auf, die man sich als Kunde vielleicht gar nicht so bewusst stellt. Es ist gut, dass das mal so offen thematisiert wird. Ich habe mir den Beitrag direkt mal gespeichert, um ihn später noch einmal durchzugehen…


Vegasino

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Jason Quang
Jason Quang
19. Juni

Vielen Dank für diesen wirklich aufschlussreichen Beitrag! Ich wünschte, ich hätte ihn schon früher gesehen, aber er wird definitiv geteilt. Ich musste bei einigen Punkten wirklich schmunzeln, weil sie mir nur allzu bekannt vorkommen. Besonders der Punkt mit den "schnellen Schnitten" hat mich zum Nachdenken gebracht. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, was würdest du heute anders machen, wenn du die Möglichkeit hättest, die Sätze, die du damals von deinen Friseurinnen gehört hast, neu zu formulieren? Es ist faszinierend, wie sich unsere Perspektive mit der Zeit ändert. Deine Ausführungen zu den "sätze friseur" gehen noch tiefer, als ich es mir vorgestellt hätte, und ich unterschreibe sofort, was du sagst. Es ist so wichtig, dass wir uns bewusst werden, welche Auswirkungen unsere…


Horus Casino

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Vuong
Vuong
18. Juni

Dieser Beitrag hat mir wirklich die Augen geöffnet! Ich hatte keine Ahnung, wie oft Friseur*innen bestimmte Sätze hören müssen, bis ich deinen Artikel gelesen habe. Gerade die Idee, wie man am besten mit diesen wiederkehrenden Anfragen umgeht, fand ich super spannend. Ich kann mir vorstellen, dass es für sie manchmal echt anstrengend ist, immer wieder dieselben Dinge zu beantworten. Deine Meinung zu den einzelnen Punkten deckt sich vollkommen mit meinen eigenen Erfahrungen. Ich habe mich ertappt gefühlt, als ich an mein letztes Friseurbesuch gedacht habe. Es ist so wichtig, die Perspektive der Fachleute zu sehen und zu verstehen, was sie jeden Tag leisten. Ich finde es auch toll, dass du das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet hast. Das macht den…


slotspalace

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Angelina Romano
Angelina Romano
18. Juni

Hallo! Dein Beitrag über die Sätze, die Friseur*innen nicht mehr hören können, kommt mir wirklich sehr bekannt vor. Endlich spricht mal jemand dieses Thema an, und das auch noch so treffend. Ich habe mich beim Lesen immer wieder ertappt gefühlt, weil ich diese Sätze wahrscheinlich auch schon tausendmal gehört habe – und wahrscheinlich auch selbst schon oft gesagt habe, ohne groß darüber nachzudenken. Besonders gut gefällt mir, wie du die praktischen Auswirkungen dieser Sprüche beleuchtest. Es ist eine Sache, sich darüber lustig zu machen, aber es ist etwas ganz anderes zu verstehen, wie diese Sätze tatsächlich im Salon funktionieren und wie sie die Stimmung beeinflussen können. Das ist wirklich gut recherchiert und sehr aufschlussreich. Vielen Dank dafür! Ich werde auf…


Stake7

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Erik Streeter
Erik Streeter
27. Mai

Hallo zusammen, vielen Dank für diesen wirklich aufschlussreichen Beitrag! Ich musste wirklich schmunzeln, als ich das gelesen habe, denn einige dieser Sätze kenne ich nur zu gut, entweder aus eigener Erfahrung oder weil Freunde und Bekannte sie mir erzählt haben. Es ist faszinierend, wie sich manche Konversationen im Salon immer wieder ähneln. Besonders interessant fand ich die Überlegungen dazu, wie diese Sätze in der Praxis funktionieren. Manchmal merkt man ja gar nicht, wie repetitiv oder vielleicht sogar unpassend die eigenen Aussagen sind, bis man sie mal aus einer anderen Perspektive hört. Bei mir war es ganz ähnlich, als ich zum ersten Mal bewusst darauf geachtet habe, welche Fragen ich eigentlich immer stelle. Ich bin wirklich gespannt, wie sich die Art…


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